Kurt Eisner
Kulturstiftung

Medienmitteilung zum 14. Mai 2011

Ein Denkmal am falschen Ort

Für den Revolutionär und Gründer des Freistaat Bayern, Kurt Eisner, der 1919 von einem antisemitischen adligen Rechtsextremisten ermordet wurde, gibt es weiterhin kein würdiges Denkmal in München.

Ausgerechnet am 14. Mai 2011 – am 144. Geburttag des freiheitlich-sozialistischen 1. Ministerpräsidenten des Freistaats – wird neben einer unbedeutenden Straße, wo kaum jemand geht, ein gläsernes Denkmal errichtet mit der Aufschrift „Jedes Menschenleben soll heilig sein.“

Das Zitat ist völlig aus seinem Zusammenhang gerissen.

So wird es der politischen Bedeutung Eisners als Revolutionär, Demokrat und Pazifist nicht gerecht.

Die unblutige demokratische Revolution fand in München zwei Tage vor Berlin statt. Man könnte also stolz darauf sein. Stattdessen wird ein Denkmal zwischen Bäumen und Fahrbahn abgestellt – die Gründe sind vermutlich so durchsichtig wie das Material des Denkmals.

Ein zentraler Ort in der Landeshauptstadt wäre angebracht. Die Nähe zum SPD-Haus ist völlig daneben. Der damalige SPD-Vorsitzende bedachte Eisner mit unwahren antijüdischen Behauptungen, die von den Nazis aufgegriffen wurden.

Der von der Stadtverwaltung ausgeschriebene Wettbewerb war nicht offen und die Ergebnisse wurde nicht ausreichend öffentlich präsentiert. Die seit 1988 bestehende Kurt-Eisner-Kulturstiftung wurde in keiner Weise in die Vorbereitung und das Auswahlverfahren einbezogen.

Die Chance für eine überfällige Würdigung Eisners wurde wieder einmal – typisch München!? – vertan.

Wir regen an,

  • endlich einen zentralen Platz in München nach Kurt Eisner zu benennen und
  • dort ein informatives Denkmal zu errichten,
  • sowohl am Grab Eisners wie am Ort seiner Ermordung zu den Jahrestagen
    • Kränze niederzulegen,
    • eine Gedenkveranstaltung durchzuführen,
  • ihm posthum die Ehrenbürgerschaft zuzuerkennen und
  • Porträts Eisners im Rathaus, in der Staatskanzlei, im Landtag und in der Ruhmeshalle anzubringen.


Wolfram P. Kastner

RA Michael Sack

(1. Vorsitzender des Kuratoriums)

     

(2. Vorsitzender des Kuratoriums)






oben